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Geplante Grosskläranlage: Die Abstimmungen im Luzerner Seetal verzögern sich um ein Jahr

Um die Seen zu entlasten, soll das Seetaler Abwasser künftig bei Lenzburg gereinigt werden. Doch das Grossprojekt ist in Verzug.

Bei der Seetaler Abwasserreinigung steht eine gewichtige Veränderung an: In fünf Jahren soll das Hitzkirchertaler Schmutzwasser, das bisher in Mosen gereinigt wird, durch eine Leitung in die neue, vergrösserte Abwasserreinigungsanlage (ARA) Langmatt in der Aargauer Gemeinde Möriken-Wildegg bei Lenzburg fliessen. Angeschlossen werden auch die beiden Kläranlagen Hallwilersee (Seengen) und Falkenmatt (Hendschiken), 2035 soll jene in Hochdorf folgen.

Das Langmatt-Einzugsgebiet umfasst dann rund 180’000 Menschen in 36 Gemeinden, darunter sieben im Kanton Luzern. Die Kommunen erhoffen sich durch die Synergien Einsparungen in Millionenhöhe. Dies auch deshalb, weil sie von Gesetzes wegen ihre bestehenden Anlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausrüsten müssten, um Mikroverunreinigungen herausfiltern zu können.

Die Planung der ARA Seetal läuft schon seit vielen Jahren. Die für den Bau erforderliche Richtplanänderung hat der Grosse Rat des Kantons Aargau 2023 beschlossen. Einer der nächsten Schritte ist, dass die Luzerner Gemeinden dem erweiterten Abwasserverband Region Seetal beitreten. Die Abstimmungen darüber sollen im Herbst stattfinden. So steht es zumindest im aktuellen Jahresbericht des für die Seebelüftung zuständigen Gemeindeverbands Baldegger- und Hallwilersee.

Hochdorf überprüft die Wirtschaftlichkeit

Doch das ist Makulatur. Die Abstimmungen verzögern sich um rund ein Jahr. Dies gibt Gesamtprojektleiter Markus Blättler auf Anfrage bekannt. Er bestätigt, dass die Luzerner Gemeinden dem neuen Verband einzeln beitreten müssen. Im Gegensatz zum Kanton Aargau lasse das Luzerner Gemeindegesetz nicht zu, dass die bestehenden Abwasserverbände einem anderen Verband beitreten dürfen. Die Luzerner Kommunen hätten selber den Wunsch geäussert, die Abstimmungen zu verschieben. Unter anderem, weil die Linienführung der Leitung noch nicht klar ist. Diese Details werden erst im Herbst bekannt.

Zudem überprüft die Gemeinde Hochdorf nochmals die Wirtschaftlichkeit, also wie viel ein Alleingang kostet und wie viel ein Zusammenschluss mit der ARA Seetal. Damit diese Zahlen nicht mit zehn Jahre alten Daten aus der Machbarkeitsstudie verglichen werden, berechnen die Verantwortlichen der ARA Seetal ebenfalls die Wirtschaftlichkeit neu. Die Ergebnisse liegen laut Blättler frühestens im ersten Quartal 2026 vor. Grundsätzlich stünden die Luzerner Gemeinden der ARA Seetal nach wie vor positiv gegenüber, insbesondere jene im Hitzkirchertal, sprich Hitzkirch, Aesch, Ermensee und Schongau. Hochdorf, Hohenrain und Römerswil seien zurückhaltender, da noch ausserordentliche Abschreibungen im Raum stehen.

Hinsichtlich der insgesamt 30 Kilometer langen Leitung ist noch offen, ob sie an Land oder in den beiden Seen verlaufen wird. Letzteres sei technisch machbar und weniger aufwendig, sagt Blättler. Beim Baldeggersee sei man daran, einen Termin mit Pro Natura zu vereinbaren, der Besitzerin des Gewässers. Blättler hofft auf gute Gespräche. «Die Leitung reduziert den Phosphoreintrag in die Seen, man muss aber geringfügige Auswirkungen auf die Natur in Kauf nehmen, zumindest in der Bauphase.» Beim Hallwilersee habe man seitens des Kantons Aargau positive Signale für eine Seeleitung erhalten.

Den geplanten Baubeginn im Jahr 2028 sieht Blättler nach wie vor als realistisch an. Nicht mehr aktuell sind hingegen die Gesamtkosten, die in der Machbarkeitsstudie mit rund 180 Millionen Franken beziffert werden. Grob geschätzt bewege sich der Betrag gegen 250 Millionen Franken, hauptsächlich wegen der stark gestiegenen Teuerung, so Blättler. «Genauere Zahlen sollten Anfang 2026 vorliegen.»

Bericht Luzerner Zeitung vom 18. Juni 2025 - Reto Bieri

 

Die Aufgaben der ARA der Gemeinde Hochdorf sind:

  • Abwasserreinigung der Gemeinden Hochdorf, Hohenrain und Römerswil
  • Betrieb und Unterhalt der Anlage, Pumpwerke und Kanalisation

Öffnungszeiten

Wochentag Morgen Nachmittag
Montag – Donnerstag 07.00 – 11.45 Uhr 13.00 – 16.45 Uhr
Freitag 07.00 – 11.45 Uhr 13.00 – 16.00 Uhr

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