Natur-/Landschaftsschutz
Beschreibung Natur-/Landschaftsschutz
Uferpflege
Die Pflege der Gehölze an Fluss- und Bachläufen ist eine wichtige Aufgabe für die Sicherheit vor Hochwasser aber auch für das Gewässer und dessen Ökologie. Bachläufe im Siedlungsgebiet sind in ihrem Platz häufig stark eingeschränkt. Damit der Bach dennoch die nötige Menge Wasser transportieren kann, ohne dass bei Hochwasser Überschwemmungen entstehen, werden sie entsprechend gestaltet. Komplett verbaute Kanäle versucht man möglichst zu vermeiden und tendiert zu naturnahen Verbauungen mit Uferbestockung. Diese sehen attraktiver aus und haben wichtige ökologische Funktionen, müssen aber auch regelmässig gepflegt werden. Auf dem meist engen Raum ist es aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht möglich, der Natur freien Lauf zu lassen. Gewisse Prozesse müssen gezielt gefördert und gesteuert werden. Schnell wachsende Sträucher werden zurückgeschnitten, damit das Gewässer nicht zu schnell verengt und zu stark beschattet wird. Langsam wachsende und langlebige Gehölze werden gefördert, weil diese wichtig sind für die Lebensgemeinschaft am Wasser. Sie bieten stabile und langfristig gesicherte Nistplätze und Nahrungsquellen. Bäume und Sträucher, welche in den Gewässerlauf stürzen könnten und diesen behindern würden, werden entfernt. Auflichtung der Hecken ist wichtig, weil viele Lebewesen das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten, Wärme und Versteck brauchen.
Waldrand im Siedlungsgebiet
Entlang des Waldes hat die Natur Vorrang. Je näher zum Waldrand, desto extensiver soll die die Nutzung gestaltet werden. Intensiv gepflegte Gartenbeete und Zierpflanzen finden ihren Platz idealerweise in der Nähe des Hauses.
Ablagerungen
Natürliches Material aus dem Wald kann im Wald oder am Waldrand belassen werden. Material aus dem Garten bleibt im Garten oder wird mit der Grünabfuhr entsorgt. Verrottender Rasenschnitt und Kompost setzen viele Nährstoffe frei. Damit nehmen Brombeeren und Brennnesseln am Waldrand überhand.
Waldrand als wertvoller Lebensraum
Durch das Anpflanzen einheimischer Wildsträucher und Kräuter, Ansäen artenreicher Blumenwiesen oder Errichten von Asthaufen und Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse oder Wildbienen, verwandeln Sie ihren Garten am Waldrand in einen attraktiven und wertvollen Lebensraum für Vögel, Schmetterlinge oder Kleinsäugetiere.
Exotische oder einheimische Zierpflanzen?
Viele im Garten vorkommende nicht einheimische Pflanzen breiten sich durch Samenflug, Schnittgutablagerungen oder Vögel in den Wald aus und verdrängen dabei wichtige Habitat- und Futterpflanzen der einheimischen Tierwelt. Die heimischen Tier- und Pflanzenarten haben sich über Jahrmillionen aneinander angepasst. Gebietsfremden Pflanzen fehlt diese gemeinsame Entwicklung. Daher sind sie für viele einheimische Tiere nutzlos. Der Rote Hornstrauch oder Hartriegel (Cornus sanguinea) zum Beispiel bietet Nahrung für mindestens 8 Wildbienen-, 24 Vogel- und 8 Säugerarten, während das exotische Pendant, der Seidige Hornstrauch (Cornus sericea), nur gerade für 2 Vogelarten interessant ist. 48 Vogelarten picken die Früchte der Süsskirsche (Prunus avium), jedoch nur 3 jene des invasiven Kirschlorbeers (Prunus laurocerasus) (proNatura).
- Weitere Informationen zur Gestaltung von Gärten am Waldrand erhalten Sie bei der Umweltberatung Luzern. Waldrand im Siedlungsgebiet | Umweltberatung Luzern
- Informationen zu Neophyten im Garten: 240416_faltblatt_neophyten_d.pdf
- Artenvielfalt im Garten, Alternativen zu Neophyten: Flyer Artenvielfalt im Garten (1).pdf
Neophytenkonzept - Entfernung gebietsfremder Problempflanzen
Invasive Neophyten sind Pflanzen, welche absichtlich oder versehentlich in die Schweiz gebracht wurden und verwildert sind. Die massive Ausbreitung dieser invasiven Neophyten im Wald beeinträchtigen die Verjüngung des Waldes und reduzieren damit Lebensraum und Futterquellen für Tiere.
Um die Bestände der invasiven Neophyten im Wald zu beseitigen, hat die Gemeinde Hochdorf in Zusammenarbeit mit Wald Seetal-Habsburg und der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) Luzern ein Konzept zur Bekämpfung der Neophyten im Wald erstellt.
Eine grosse Menge invasiver Neophyten wurde bereits entsorgt. In den folgenden Jahren werden die Gebiete kontrolliert und neu aufkommende Pflanzen eliminiert.
Helfen auch Sie mit und pflanzen Sie, insbesondere am Waldrand, nur einheimische Arten und deponieren Sie kein Schnittgut von exotischen Pflanzen.
Mehr zum Neophytenkonzept erfahren Sie hier: Entfernung invasiver Neophyten im Hochdorfer Wald - Massnahmen Juni 2025 bis November 2028.pdf
Kontaktpersonen Natur-/Landschaftsschutz
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Charlotte Sidler
Funktion- Sachbearbeiterin Umwelt
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